Extreme Vorstellungen im Hörsaal
Rechte Ideologien an Universitäten​
Burschenschafter

 

Angesichts der wachsenden Unterstützung für rechtsextreme Parteien wie die FPÖ wird es immer wichtiger, sich kritisch mit den Auswirkungen von Rechtsextremismus auseinanderzusetzen. Nicht nur ist es alarmierend zu sehen, wie viele Personen die Politik der FPÖ unterstützen und den leeren Versprechungen der Politiker_innen glauben, sondern auch, wie leicht sich die Organisationen und parteinahen Gruppierungen mobilisieren können.

Deswegen ist es essentiell, sich mit Rechtsextremismus im Alltag, insbesondere in Bezug auf das Universitätsleben und Studium, auseinanderzusetzen, da dort keine unbedeutenden Signale gesetzt werden und auch von Personen mit unter anderem FPÖ – oder Burschenschafts- hintergrund für sich genutzt werden. Grundsätzlich ist durch den RFS (Ring Freiheitlicher Studenten) die FPÖ-nahe Organisation aktuell in der Bundesvertretung der ÖH mit einem Mandat vertreten, wodurch sie ihre Inhalte vertreten können.
Ein Beispiel dazu kommt vom letzten Jahr im März, als der rechtsextreme deutsche Verleger Kubitschek unter anderem durch den RFS an die Universität Wien zu einer Veranstaltung mit Kundgebung eingeladen wurde, die zwar durch die Universität wegen eines “Formfehlers” abgesagt wurde, die Kundgebung jedoch vor dem Gebäude stattfand.
Es folgte eine Versammlung von Bekanntheiten aus dem rechtsextremen Milieu auf der einen Seite und einer Formation von Gegendemonstrant_innen auf der anderen Seite. Kubitschek und seine Unterstützer_innen wurden dennoch stark durch die Polizei geschützt.

Eine weitere Gruppierung, die bei diesem Auftritt anwesend war und sich dadurch jetzt auch mehr an Universitäten im deutschsprachigen Raum etabliert, ist die “Aktion 451”. Durch Mangel an Informationen ist nur wenig bekannt, jedoch ist davon auszugehen, dass dahinter Personen aus der Identitären Bewegung stecken, die durch Veranstaltungen wie Lesekreise versuchen, ihre Ideologie an Hochschulen durchzusetzen. Einige Personen konnten bereits identifiziert werden, die vor allem Funktionen in der FPÖ, Burschenschaften und dem RFJ (Ring Freiheitlicher Jugend) nachgehen. Der Name der Bewegung ist an den Roman “Fahrenheit 451” von Ray Bradbury angelehnt, in dem es um eine dystopische Welt geht, in der Bücher verboten sind und verbrannt werden. Der Inhalt des Buches wird von solchen rechtsextremen Bewegungen aus Gründen wie “Meinungsfreiheit” missbraucht und genutzt.
Die Aktion ist unter anderem in Österreich an der JKU aktiv und fordert auf ihrer Website “vielfältigen Debattenraum”, Vernetzung von “dissidenten Studenten” und Gründungen von Lesekreisen für die Verbreitung ihrer Ideologien. Mit dem Begriff “dissidente Studenten” verstehen diese rechten Personen jene, die gegen die “linke Ideologie” an den Unis rebellieren und im “Widerstand” gegen die ÖH-Politik arbeiten.

Die Personen hinter der “Aktion 451” rufen gegen “Genderwahn”, “Regenbogenterror” und “Bevölkerungsaustausch” auf – bei Letzterem handelt es sich um einen Kampfbegriff der Neuen Rechten, die damit die Behauptung aufstellen, dass insgeheim Planungen der sogenannten “Elite” zur “Vermischung” der Bevölkerungen existieren.
Anknüpfend an die Existenz solcher Gruppen an Universitäten gibt es noch Burschenschaften, bei denen vor allem die schlagenden Burschenschaften eine Rolle spielen. Eine der wenigen in Linz in Uninähe ist die “Corpus Alemannia Wien zu Linz”, die sich im Keller des JohannesKepler-Heimes befindet. Nicht nur ist der FPÖ-Landeshauptmann Manfred Haimbuchner Mitglied, sondern unter anderem auch ein Professor der Rechtswissenschaften an der JKU, der zudem Mitglied des Verfassungsgerichtshofs ist. Durch den FPÖ-Vorstand im Heim ist es der Burschenschaft möglich, im Keller einen Fechtraum zu betreiben und Veranstaltungen durchzuführen, wodurch es leichter ist, mit Studierenden in Kontakt zu kommen.

Zusammenfassend ist es wichtig zu erläutern, wie die “Neue Rechte” und Burschenschaften an den Universitäten agieren und zu erkennen sind. Durch RFS und Gruppierungen wie “Aktion 451” wird es den Rechten erleichtert, sich an Unis zu etablieren und Mitglieder zu gewinnen. Es werden demnach verschiedene Methoden und Wege genutzt, um aktiv zu sein.

Aktionen:
2007 Hörsaal Bereitstellung Zusammentreffen Burschenschaften

Organisationen:
Corps Alemannia zu Wien (Keplerheim), Aktion 452

Mitglieder:
Haimbuchner, Hauer (Corps Alemannia zu Wien) + Aktion 452

MiLENA RAMSAUER

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