FRAUEN*POLITIK

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Feminismus geht uns alle an!

Der VSStÖ ist eine feministische und antisexistische Organisation, die sich für die Gleichberechtigung aller Geschlechter in unserer Gesellschaft einsetzt. Frauen* verdienen immer noch rund ein Viertel weniger als Männer*, sind in Führungspositionen deutlich unterrepräsentiert, stärker von Armut und Gewalt betroffen.


Feminismus bedeutet, sich für Gleichstellung aller Menschen in Bildung, Arbeit, Politik und Wirtschaft einzusetzen und aktiv geschlechterspezifische Rollenbilder aufzubrechen.


Im Kampf gegen Diskriminierung

Wir nehmen die Diskriminierung von Frauen* nicht hin. Deswegen setzen wir uns inner- und außerhalb der Hochschulstrukturen gegen die gläserne Decke, die Lohnschere, sexistische Übergriffe und gegen Gewalt an Frauen* – kurz: für eine echte Gleichstellung von Frauen* und Männern* – ein.


Es gibt noch viel zu tun. Lasst uns gemeinsam kämpfen. Für eine Gesellschaft frei von Rollenbildern, ohne Weiblichkeitswahn und Männerbündelei!

Mehr als 150 Jahre nach Beginn einer damals mehrheitlich bürgerlichen Frauen*bewegung und mehr als 100 Jahre nach Zulassung der ersten Frau* an einer österreichischen Universität sind viele Forderungen nach Gleichberechtigung von Frauen* in der Gesellschaft umgesetzt.


In der Theorie sind Frauen* und Männer* in Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft gleichberechtigt. Trotzdem ist die strukturelle Diskriminierung von Frauen* nach wie vor traurige Realität.


Zwar sind mehr als die Hälfte der Studienanfänger_ innen weiblich* und auch bei den Erstabschlüssen sind Frauen* längst vorne. Doch je weiter oben wir in den Hierarchien der Hochschulen schauen, desto dünner wird die Luft für Frauen*.


Unter den Professor_innen findet sich nicht einmal ein Viertel Frauen*, unter den Rektor_innen der öffentlichen Universitäten ist es erst seit kurzem 1/3.


Es braucht endlich mehr als Lippenbekenntnisse. Wir fordern echte Frauen*förderung an den Hochschulen im Allgemeinen und in der Wissenschaft im Speziellen.

Frauen* verdienen durchschnittlich immer noch um 25% weniger als Männer* – für gleiche oder gleichwertige Arbeit. Seit über 100 Jahren kämpfen Frauen* für gleiche Bezahlung. Ein Ziel, das bis heute nicht erreicht ist. Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen, gibt es jedes Jahr zum Equal Pay Day Aktionen des VSStÖ. Der Equal Pay Day markiert den Tag im Jahr, ab dem Frauen* bis zum Jahresende „gratis“ arbeiten. Das bedeutet, dass Männer* aufgrund der Einkommensschere bis zum Equal Pay Day durchschnittlich genauso viel verdienen wie Frauen* das ganze Jahr.

Bis heute verrichten Frauen* in Österreich einen Großteil der unbezahlten Arbeit. Frauen* verbringen pro Tag etwa doppelt so viel Zeit, Reproduktionsarbeit, Hausarbeit, Kinderbetreuung etc. zu leisten als Männer*. Nur etwa 4% der Väter* gehen in Karenz. Außerdem sind Berufe, denen mehrheitlich Frauen* nachgehen, immer noch unterbezahlt. Doch auch innerhalb der gleichen Berufe gibt es ungerechte Entlohnung: 16% der Lohnungerechtigkeit können nur durch das Geschlecht erklärt werden!

Oft wird von Frauen* gesprochen, die den sozialen Aufstieg oder die Karriere in männerdominierten Berufen „aus eigener Kraft“ geschafft hätten. Dadurch wird der außergewöhnliche Erfolg einzelner Personen betont, anstatt sich die unterschiedlichen Chancen und Lebensverhältnisse aller Menschen anzusehen. Die Gesellschaft können wir allerdings nur verändern, wenn wir zusammenhalten!


Der VSStÖ erkennt individuelle Diskriminierungsrealitäten und kämpft für eine Gesellschaft, in der sich niemand dem binären Geschlechterverständnis unterordnen muss. Feminismus ist daher in allen Bereichen des Lebens notwendig. Nur wenn alle Formen der Diskriminierung bekämpft werden, können wir eine gleichberechtigte Gesellschaft erreichen!

Im deutschen Sprachgebrauch ist es selbstverständlich das sogenannte „generische Maskulinum“, also die männliche* Form eines Wortes, zu verwenden. Sprache und Gesellschaft stehen in ständiger Wechselwirkung zueinander, was bedeutet, dass sie sich gegenseitig beeinflussen.


Wir leben in einer Gesellschaft, in der Frauen* und Männer* immer noch nicht gleichberechtigt sind. Mit der Verwendung von geschlechtergerechter und bewusster Sprache können alle zu einer Veränderung der gesellschaftlichen Zustände beitragen.


Bewusste Sprache bedeutet nicht nur die Sichtbarmachung von Frauen in der Sprache, sondern auch von allen Menschen, die sich nicht in das derzeitig vorherrschende System der Zweigeschlechtlichkeit einordnen wollen. Außerdem bedeutet geschlechtergerecht zu sprechen auch, entschieden gegen sexistische und diskriminierende Formulierungen aufzutreten und diese bewusst nicht zu verwenden.


Ein bewusster Umgang mit Sprache umfasst auch das Erkennen von Stereotypen in der Sprache. Rollenbilder werden oft unhinterfragt übernommen und so in der Sprache reproduziert. Stereotype sprachlich aufzubrechen ist ein wichtiger Bestandteil geschlechtergerechter und bewusster Sprache. Nicht nur Frauen* werden sprachlich diskriminiert, auch viele andere Menschen müssen oft unter unserem vorherrschenden Sprachgebrauch leiden. Beschimpfungen wie „Du schwule Sau!“ oder „Das ist ja behindert!“ diskriminieren Menschen und stärken gesellschaftliche Ungleichheiten und Diskriminierung.


Formen der geschlechtergerechten Sprache:

  • Doppelnennung
    Studenten und Studentinnen
  • Neutralisierung
    Studierende - nicht immer möglich
  • Binnen-I
    StudentInnen
  • Statischer Unterstrich
    Student_innen - zwischen männlicher* und weiblicher* Form
  • Gender Star
    Student*innen
  • Dynamischer Unterstrich
    Stu_dentinnen - irgendwo im Wort platziert

Jede dritte Frau* in Österreich wird mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von Gewalt. Nicht einmal 1%  der Fälle kommt vor Gericht, weniger als jede 5. Anklage wegen Vergewaltigung führt zu einer Verurteilung.


Am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen* möchten wir auf dieses Problem aufmerksam machen. Gewalt gegen Frauen* muss endlich ein Ende haben - sowohl körperliche, als auch psychische und strukturelle Gewalt. Frauen* werden ständig diskriminiert und als Sexobjekte betrachtet. Das muss sich ändern! Ein gewaltfreies Leben muss für alle Menschen möglich sein! Gleichberechtigung muss Praxis werden!


16 Tage gegen Gewalt an Frauen*

...ist eine internationale Kampagne, die jedes Jahr vom Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen* (25.11.) bis zum Internationalen Tag der Menschenrechte (10.12.) stattfindet, um auf das Recht auf ein gewaltfreies Leben aufmerksam zu machen. Der 25. November erinnert an die Ermordung der Schwestern Mirabal. Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal wurden an diesem Tag im Jahr 1960 nach monatelanger Verfolgung und Folter vom dominikanischen Geheimdienst brutal ermordet. Seit 1999 ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen* von den Vereinten Nationen anerkannt.

Auch im 21. Jahrhundert sind wir noch weit von völliger und echter Gleichstellung der Geschlechter entfernt. Patriarchale Strukturen sind noch tief in unserer Gesellschaft verankert und schlagen sich in verschiedensten Formen an den Hochschulen nieder. Um diese nachhaltig und langfristig belämpfen zu können gilt es den Kampf gegen reaktionäre Weltbilder auch an den Hochschulen zu führen. Studierende müssen dazu angehalten werden, strukturelle und institutionalisierte Ungerechtigkeiten zu erkennen, und Diskriminierungsformen aller Art zu bekämpfen. Zusätzlich fordern wir verpflichtende Sensibilisierungsschulungen für alle Lehrenden, Aktive Frauen*förderung und Bekämpfung der Leaky Pipeline.

Diskriminierung von queeren Personen und Unwissen über LGBTQIAP+-Themen sind

immer noch Alltag. Hochschulen sind kein von der Gesellschaft abgetrennter Raum, sondern immer ein Spiegelbild von ihr. So herrschen immer noch heteronormative Sichtweisen, auch in der Wissenschaft, vor.  Wir fordern eine aktive auseinandersetzung mit queerpolitischen Themen sowie den Ausbau von Anlaufstellen für alle vom Patriarchat und durch heteronormative Diskriminierung unterdrückten Personen Unterstützung bieten zu können, Unisex toiletten an jeder Hochschule.