Ein Studium bringt viele finanzielle Hürden mit sich: Student_innen müssen sich neben einem Wohnplatz, Lernmaterialien und vor allem die Zeit zum Studieren und immer wieder auch Studiengebühren leisten können. Und das ist oft nicht so einfach. Warst du schon in der Versuchung, deine Kontoauszüge oder Rechnungen lieber ungelesen wegzuwerfen, um der Konfrontation mit der finanziellen Lage aus dem Weg zu gehen?

Studieren macht arm

Wenn du solche oder ähnliche Situationen kennst, dann bist du damit keinesfalls alleine. Und was in Erzählungen manchmal lustig klingt, ist alles andere als heiter. Denn auch, wenn es auf den ersten Blick oft nicht sichtbar ist: Tatsächlich leben viele Studierende am Existenzminimum und sind armutsgefährdet – die Studierendensozialerhebung berichtet mit jeder Neuauflage noch dramatischere Zahlen.

Nur wenige Studierende können es sich leisten, während des Studiums nicht zu arbeiten. Die überwiegende Mehrheit aller Student_innen arbeitet, weil es für das Aufbringen ihres Lebensunterhaltes unbedingt notwendig ist – denn der finanzielle Aufwand, der durch ein Studium entsteht, wird durch die durchschnittlichen staatlichen Transferleistungen nicht gedeckt. Studierende geraten so in einen Teufelskreis. Durch unzureichende staatliche Unterstützung wird das Einkommen durch Erwerbstätigkeit unverzichtbar, es wird mehr Zeit in die Arbeit als in das Studium gesteckt. Die negativen Auswirkungen auf den Studienerfolg führen zu einem kompletten Verlust der Beihilfen und Studierende müssen noch mehr arbeiten.

Effektiv verlieren wir als Studierende doppelt: Einerseits werden die Einkommensgrenzen der Eltern nicht regelmäßig nach oben revidiert, was dazu führt, dass bei normaler Lohnentwicklung Jahr für Jahr weniger Beihilfe ausbezahlt wird. Und diese Beihilfe ist aufgrund der steigenden Preise auch noch Jahr für Jahr weniger wert.

Auch die politischen Maßnahmen sind unzureichend. Die Stipendien wurden in der letzten Gesetzesnovelle nur geringfügig erhöht, eine allgemeine Valorisierung der Studienbeihilfe mit der Preissteigerungsrate bleibt nach wie vor aus, die Preise für Wohnen, Energie und Grundnahrungsmittel schnellen in ungeahnte Höhen – gleichzeitig wurden die Mittel für Leistungsstipendien im vollen Vertrauen an neoliberale Anreizprinzipien massiv erhöht. Es darf nicht sein, dass Studierende aufgrund des finanziellen Backgrounds ungleich behandelt werden. Auch das Thema Bildung entzieht sich nicht der Frage der Verteilung, deshalb wollen wir durch Umverteilung gleiche Voraussetzungen für alle schaffen.

Dazu kommt das brutale Sparpaket 2011: Die Bezugsdauer der Familienbeihilfe wurde um zwei Jahre gekürzt, der Zuschuss zur studentischen Selbstversicherung gestrichen und die zentralen Förderungen für Studi-Heime wurden eingestellt.

Your Rights

Umso wichtiger ist es, in dieser Situation über deine Ansprüche Bescheid zu wissen. Mit diesem Bereich auf unserer Webseite wollen wir dir deshalb einen Überblick über Beihilfen, Zuverdienstgrenzen und diverse Zuschüsse geben. Auch wollen wir für Studierende mit Kind/ern, Studierende mit Beeinträchtigung und Studierende, die nicht die österreichische Staatsbürger_innenschaft besitzen auf besondere Unterstützungsmöglichkeiten hinweisen.

Darüber hinaus haben wir auch in kompakter Form aktuelle Regelungen des Arbeits- sowie des Wohnrechtes zusammengefasst, um dich in deinem Alltag zu unterstützen. Alle Inhalte wurden dabei im Jänner 2017 auf den neuesten Stand gebracht.

Service und Politik

Wir wissen natürlich, dass Service Probleme nur lindern kann und dass wirkliche Problemlösungen nur auf politischer Ebene angegangen werden können. Wir hoffen, dass euch diese Broschüre Antworten auf die brennendsten Fragen gibt und dir im Paragraphendschungel sowie im Kampf um das tägliche Studierendenbrot hilft. Falls trotzdem Unklarheiten entstehen. wende dich einfach jederzeit an uns!

Wir wünschen dir ein erfolgreiches, spannendes und hoffentlich weitgehend problemloses Studium.

Lass dich nicht unterkriegen!