Wahlprogramm für Fachhochschulen

UNSERE FACHHOCHSCHUL-PROJEKTE & FORDERUNGEN FÜR DIE ÖH WAHL 2021

Zeit für soziale Sicherheit.

Das Studium an einer Fachhochschule ist oft mit finanziellen Hürden verbunden. Die meisten FHs erheben Studiengebühren, die zu Stress, Ängsten und bis hin zur Exmatrikulation führen. In den meisten FH-Studien sind Pflichtpraktika vorgesehen. Insbesondere in den Gesundheits- und Sozialwissenschaften werden die Pflichtpraktika aber kaum bis gar nicht entlohnt. In Österreich sind außerdem etwa 8% der Studierenden Eltern, in den FH Vollzeitstudiengängen sind es nur 4%. Das liegt unter anderem daran, dass das FH Studium oft schwer mit Familie zu vereinbaren ist. FH-Studien müssen leichter zugänglich werden, egal ob wir nebenbei arbeiten müssen oder Familie haben.
Es ist Zeit für echte soziale Sicherheit - egal an welcher Hochschule eine Person studiert. 


Zeit für:

  • Abschaffung der Studiengebühren
  • Gerechte Bezahlung aller Pflichtpraktika
  • Vereinbarkeit von Studium und Familie



Zeit für gerechte Studienbedingungen.

Auf den FHs herrscht (in der Regel) eine Anwesenheitspflicht von 80%, die auch bei Krankheit oder anderer Verhinderung nicht unterschritten werden darf.

Dies entspricht nicht der Lebensrealität von uns Studierenden. Wir werden krank oder müssen in die Lohnarbeit, um uns das Studium zu leisten. Dadurch werden LVs verpasst - was aber zu einer Exmatrikulation führen kann.  Eine Abschaffung der Anwesenheitspflicht muss aber nicht bedeuten, dass die Inhalte verloren gehen. Wie wir durch Corona gesehen haben, ist es auch möglich, Lehrveranstaltungen komplett digital abzuhalten.  Auch in Zukunft wollen wir die technischen Möglichkeiten nutzen, um ein flexibleres Studium zu ermöglichen.


Zeit für:

  • Abschaffung der Anwesenheitspflicht in Vorlesungen
  • Berücksichtigung von Krankenständen bei Fehlzeiten
  • Aufzeichnung der Lehrveranstaltungen und Freigabe auf Moodle


Zeit für offene FHs.

Die FH ist ein Ort, an dem wir den Großteil unserer Zeit verbringen. Sie sollte daher auch unseren Bedürfnissen entsprechen: Dringend braucht es mehr Lernräume und Räumlichkeiten, in denen man zwischendurch mit Studienkolleg_innen die Pausen genießen kann, ohne in ein teures Lokal gehen zu müssen. Wichtig sollte dabei sein, dass es keinen Unterschied macht, in welchem Gebäude man sich befindet. An vielen Außenstandorten fehlen einige Vorzüge, die die Hauptstandorte bieten. Alle Standorte sollen Orte des Austausches, des Miteinanders und des Lebens sein.

Orte des Lebens – dazu zählt für uns auch ein offener Umgang mit der Menstruation. Menstruation ist für Studierende ein Teil ihres Lebens und sollte mit keinen zusätzlichen Kosten verbunden werden. Erst recht soll das für Studierende gelten, die allgemein bereits knapp bei Kasse sind.


Zeit für:

  • Lern- und Begegnungsräume an allen Standorten
  • Hohe Standards an allen Standorten
  • Kostenlose Menstruationsartikel an allen Standorten


Zeit für psychische Entlastung.

Seit Beginn der Coronakrise leiden mittlerweile die Hälfte der 18-25-Jährigen an psychischen Belastungen. Der Leistungsdruck war zwar davor schon hoch, jedoch fehlt die Motivation durch Gemeinschaft. Mit einem vermehrten Angebot an Teilzeitstudien kann man dem bestehenden Leistungsdruck entgegenwirken, indem Studierende nicht den Druck haben, Vollzeit studieren zu müssen. Ist die Finanzierung erst geregelt, kann der Umstand, ein Jahr zu wiederholen, ein großer Rückschlag sein. Diese Notwendigkeit ergibt sich oftmals aus einer einzigen negativen Note, wodurch Situationen entstehen, in denen Studierende aufgrund weniger ECTS ein ganzes Jahr in meist sehr wenigen Fächern oder gar nur einem Fach wiederholen müssen.


Zeit für:

  • Ausbau der psychologischen Studierendenberatung
  • Breites Teilzeitstudien-Angebot
  • Möglichkeiten zur Wiederholung einzelner Fächer (max. 8 ECTS) anstatt ganzer Jahre