Wahlprogramm für Fachhochschulen

UNSERE FACHHOCHSCHUL-PROJEKTE & FORDERUNGEN FÜR DIE ÖH WAHL 2019

Studienbedingungen, die allen Studierenden gerecht werden.

Obwohl Fachhochschulen mit ihrem Angebot an Vollzeit- und berufsbegleitenden Studiengängen eine Wahlmöglichkeit für uns Studierende bieten, zeigt sich in unserem Alltag, dass diese oftmals nicht ausreichen um ein unbeschwertes Studium wirklich möglich zu machen. Ein Teilzeitstudium muss her! Das heißt: Teilzeitstudierende bekommen zwar monatlich weniger Beihilfen, können diese dafür auch länger beziehen und müssen nur die Hälfte des Leistungsnachweises pro Jahr erbringen.


Als weitere Belastungen für uns Studierende sehen wir hohe Anwesenheitspflichten, zu wenige Prüfungsantritte, die Angst ein Studienjahr wiederholen zu müssen,  fehlende Kinderbetreuungsangebote und vieles mehr. All das führt zu mehr Druck im Studium und wirkt sich negativ auf unsere Psyche und Gesundheit aus.


Außerdem muss der Zugang zu einem Master auf anderen Fachhochschulen erleichtert werden. Uns Studierenden dürfen nicht überall Steine in den Weg gelegt werden. Wir fordern ein einheitliches System in Bezug auf Umfang, Wertigkeit und Anzahl der Bachelorarbeiten. Wir wollen ein Studium ohne Druck!


Wir wollen mehr:

  • Einführung eines Teilzeitstudiums
  • Senkung der Anwesenheitspflicht
  • Ausweitung der Prüfungsantritte
  • Möglichkeiten zur Wiederholung einzelner Lehrveranstaltungen



Qualität, die das Studium aufwertet.

Um ein Studium an der FH unbeschwert beginnen und abschließen zu können, braucht es auch eine Aufwertung der Qualität der Lehre und eine verbesserte Infrastruktur. Bei der Aufwertung der Lehre bildet das Lehrpersonal die Schlüsselstelle. An FHs kommt dieses oftmals direkt aus der Wirtschaft, was zwar einen Vorteil darstellen kann in Hinblick auf den Praxisbezug, doch meist haben sie keinerlei didaktische Ausbildung hinter sich. Verpflichtende Weiterbildungen des Lehrpersonals würde die Qualität der Lehre stärken und für einen besseren Unterricht sorgen. Auch müssen wir die technischen Möglichkeiten nutzen, um die Qualität im Studium zu steigern und studienrelevante Bücher, Skripten, etc, online verfügbar machen, so dass diese kostenfrei für alle zugänglich sind.


Die FH ist ein Ort, an dem wir den Großteil unserer Zeit verbringen. Sie sollte auch unseren Bedürfnissen entsprechen: Dringend braucht es mehr Lernräume und auch Räumlichkeiten, in denen man zwischendurch mit Studienkolleg_innen die Pausen genießen kann, ohne in ein teures Lokal gehen zu müssen.


Wir wollen mehr:

  • Mehr Begegnungs- und Lernräume
  • Verpflichtende hochschuldidaktische Weiterbildung für Lehrende inklusive antisexistischer und antirassistischer Themensetzung
  • Senkung der Unkostenbeiträge durch Digitalisierung der Lehre



Freie Bildung, die allen ein Studium ermöglicht.

Ein offener Hochschulzugang bedeutet, dass alle Menschen studieren können, egal aus welcher sozialen Schicht sie kommen und mit welchen Belastungen sie gerade zu kämpfen haben. Doch während des Studiums fallen sehr viele Kosten an. Die Möglichkeit, ein Studium genießen und abschließen zu können, hängt leider viel zu stark vom Einkommen der Eltern ab. Um dem entgegenzuwirken, ist es wichtig das Beihilfensystem, das für Universitäten entworfen wurde, an die Bedingungen und Fristen der Fachhochschulen anzupassen. Außerdem müssen Studiengebühren abgeschafft werden. Sie schrecken oftmals davor ab, ein Studium an einer Fachhochschule überhaupt zu beginnen. In vielen Studiengängen müssen zudem Pflichtpraktika absolviert werden, die meist unter- oder sogar unbezahlt sind. Weil es sehr schwer ist, neben dem Praktikum noch zu arbeiten, fehlt dann oft das lebensnotwendige Geld.


Wir wollen mehr:

  • Eine an die Gegebenheiten und Fristen der FH angepasste Version der Beihilfen
  • Gesetzlich verpflichtende Bezahlung aller (Pflicht-)Praktika
  • Langfristige Abschaffung der Studiengebühren, mittelfristig eine Erlassmöglichkeit bei sozialem Bedarf
  • Flächendeckende Einführung von kostenloser Kinderbetreuung



Mitbestimmung, die Studierenden eine Stimme gibt.

FHs sind immer noch privatrechtlich geregelt. Das bedeutet, dass der wirtschaftliche Profit meistens der Qualität der Lehre und Forschung übergeordnet wird. Außerdem bringt dieser Status für Studierende immense Nachteile in rechtlichen Streitfällen. Studierende  haben durch diese Regelung kaum Einfluss auf notwendige Veränderungen an den FHs. Obwohl wir die Hauptbetroffenen von strukturellen Veränderungen unseren FHs sind, sind wir im Kollegium, dem maßgeblichen Kontrollorgan der FHs, stark unterrepräsentiert. Damit unsere Interessen auch vertreten werden können, müssen Studierendenvertreter_innen gesetzlich in Entscheidungsprozesse eingebunden werden und FHs unbedingt öffentlich-rechtlich geregelt sein.


Wir wollen mehr:

  • Die Mehrheiten im Kollegium müssen sich zugunsten von Studierenden verschieben
  • Anpassung der Rechtsgrundlage von Fachhochschulen an den restlichen Hochschulsektor (Fachhochschulen raus aus dem Privatrecht!)