Bessere Studienbedingungen ermöglichen

Auch innerhalb der Hochschulen selbst werden uns allen während dem Studium viele Hürden in den Weg gelegt: Überfüllte Hörsäle, schlechter Zugang zu mitunter massiv überteuerten Lehrmaterialien und Lehrveranstaltungszeiten samt straffer Anwesenheitspflicht, die keine Rücksicht auf Studierende mit Betreuungspflichten oder Erwerbstätigkeit nehmen.

Vor allem erwerbstätigen Studierenden und jenen mit Betreuungspflichten würde ein, von uns schon lange gefordertes, Teilzeitstudium entgegenkommen. Bei diesem können Studierende angeben ob sie im nächsten Studienjahr Teilzeit oder Vollzeit studieren. Der gewählte Status bestimmt dann die Höhe der Beihilfen sowie das Ausmaß des Leistungsnachweises. Kurz: Teilzeitstudis bekommen zwar zB. weniger Beihilfen, können diese dafür jedoch länger beziehen.

Als VSStÖ ist es uns ein Anliegen auch hier für Verbesserungen zu kämpfen! Es kann nicht sein, dass viele von uns an den organisatorischen Schwachstellen der österreichischen Hochschulen scheitern. Daher setzen wir uns für folgende kurzfristige Maßnahmen, die uns allen den Hochschulalltag ein Stück weit er- leichtern werden, ein.

Daher kämpfen wir für:

  • Verankerung von alternativen Leistungen zur Anwesenheitspflicht in den Curricula, wie z.B das Abgeben von Arbeiten
  • Ausbau des Lehrveranstaltungsangebotes am Nachmittag/Abend sowie Wochenende
  • Einführung des Status Teilzeitstudierende_r
  • Offener Zugang zu Bildung

Bildung für alle, sonst gibt’s Krawalle! Als VSStÖ stehen wir für ein offenes Bildungs- und Hochschulsystem. Daher setzen wir uns auch für den Ausbau der digitalen Infrastruktur an den Hoch- schulen ein. Unsere Hochschulen haben einen wichtigen öffentlichen Auftrag. Sprich: Das dort gelehrte Wissen ist gesellschaftliches Wissen und sollte allen zugänglich sein. Doch in den meisten Fällen landen Skripte auf geschlossenen Onlineplattformen wie Moodle oder Olat, und bleiben so den Teilnehmer_innen der jeweiligen Lehrveranstaltung vorbehalten.

Ein Blick über die österreichischen Grenzen hinaus zeigt, dass es vor allem in der Forschung schon längst Usus ist, Studien, Datensätze sowie gewonnene Erkenntnisse öffentlich zur Verfügung zu stellen. Warum soll das nicht auch für die Lehre möglich sein? Die kostenlose Bereitstellung von Lehrmitteln und Lernunterlagen sowie die Aufzeichnung von Lehrveranstaltungen steigert zum einen den positiven Lerneffekt für uns Studierende und erleichtert zum anderen die gesamtgesellschaftliche Teilhabe an Hochschulwissen.

Daher kämpfen wir für:

  • Gezieltes Fördern von Lehre und Lehren- den, die ihre Lehrveranstaltung online zur Verfügung stellen
  • Open courseware Plattformen an allen Hochschulen, bei denen Studierende und Lehrende Lernmaterial hochladen können und so ein gegenseitiger Austausch entsteht
  • Erweiterung des Angebotes an aufgezeichneten Lerhveranstaltungen seitens der Hochschulen

Faire Praktika ermöglichen

Work, work, work. Neben der Theorie im Studium versuchen viele von uns durch Praktika erste Berufuserfahrungen zu sammeln. Manche von uns freiwillig, wieder andere müssen im Laufe ihres Studiums ein Pflichtpraktikum absolvieren. Doch Achtung! Hier gibt es massive Probleme: dem eigentlichen Charakter eines solchen Praktikums, nämlich der Verbindung aus Theorie und Praxis wird in der jetzi- gen faktischen als auch rechtlichen Situation nicht Rechnung getragen und das eigentlich spannend klingende Praktikum verwandelt sich in zwei Monate Kaffee kochen, Akten schlichten und Dokumente archivieren. Doch auch bei freiwilligen Praktika, ohne die ein reibungsloser Berufseinstieg fast unmöglich erscheint, gilt es vorsichtig zu sein. Leider sind diese zur Zeit sehr oft schlecht oder gar nicht bezahlt und somit gerade für Studierende aus sozial schwachen Familien oft schwer zu ab- solvieren. Für uns als VSStÖ ist es daher klar, dass hier faire Verhältnisse geschaffen werden müssen. Praxiserfahrung neben dem Studium zu sammeln darf niemandem verwehrt werden.

Daher kämpfen wir für:

  • Abschaffung unbezahlter Praktika, durch die Verankerung im Kollektivvertrag
  • Anrechnung von Praktika zur Arbeitslosenversicherung
  • Anrechnung einschlägiger Berufserfahrung

Mitbestimmung der ÖH wieder stärken

Als VSStÖ sehen wir die Hochschule als einen der wichtigsten Wegweiser für die Entwicklung unserer Gesellschaft. Aus diesem Grund sollten sämtliche Angehörige einer Hochschule in einem vertretbaren Ausmaß an den Entscheidungsprozessen beteiligt sein. Es ist unerlässlich, dass die lokalen Vertretungen und somit wir Studierende ein umfangreiches Mitbestimmungsrecht haben.

Bei allen Hochschultypen besteht hier dringen- der Handlungsbedarf, weshalb wir uns unentwegt dafür einsetzen, dass die Hochschulen (wieder) ein Ort demokratischen Austausches werden.

Wie vor dem Universitätsgesetz 2002 müssen in den Senaten der Universitäten wieder gleich viele Studierendenvertreter_ innen, Professor_innen und Vertreter_innen der Dozent_innen und wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen sitzen. Derzeit haben Studierendenvertreter_innen und wissenschaftliches Personal nur je zwanzig Prozent der Sitze inne, während die Professor_innen die Hälfte des Gremiums besetzen.

An Fachhochschulen besteht das Kollegium aus 18 Mitgliedern, von denen nur 4 von Studierenden besetzt werden. Um eine ordentliche Mitbestimmung von Studierenden zu garantieren müssen auch hier die Strukturen zugunsten der Studierenden geändert werden.

An Pädagogischen Hochschulen sind nur 3 der 11 Mitglieder Studierendenvertreter_innen.

In allen Sektoren muss die Mitbestimmung von uns Studierenden gestärkt werden, damit sie auch in den Gremien als Partner_ innen auf Augenhöhe angesehen werden können!