Vor dem Gesetz sind Frauen und Männer an unseren Hochschulen seit 36 Jahren gleichgestellt. Tatsächlich sieht das jedoch anders aus: Es herrscht noch immer eine tiefe Kluft zwischen Gesetz und Realität. Mehr als die Hälfte aller Studienanfänger_innen sind Frauen und auch in den Masterstudien gibt es mehr Frauen als Männer. In den Doktorats-Studien dreht sich das Verhältnis jedoch schlagartig und Professorinnen sind auch heute eine Seltenheit an den österreichischen Hochschulen: Im Studienjahr 2013/2014 waren nur 39% des wissenschaftlichen und künstlerischen Personals und nur 22% der Professor_innen an den öffentlichen Universitäten Frauen.

Aktive Frauenförderung beginnt im Kindesalter!

Es ist erwiesen, dass Frauen bereits im Kindes- alter deutlich stärker an sich zweifeln als Männer. Dies liegt an den Geschlechterrollen und der Erwartungshaltung der Gesellschaft, die uns alle prägen. So trauen sich Frauen, trotz guter Noten, seltener zu, naturwissenschaftliche oder technische Fächer zu studieren. Dies führt dazu, dass Habilitationen von Frauen in den „klassisch männerdominierten“ Fächern der technischen Wissenschaften (im Jahr 2013: 7.6%) und Naturwissenschaften (26%) sehr selten vorkommen. Möglichkeiten, um den Frauenanteil in der Technik und den Naturwissenschaften zu heben, sind beispielsweise gezielte Mentoring-Programme.

  • Wir fordern daher eine umfassende Mädchen- und Frauenförderung in technischen und naturwissenschaftlichen Studien!

Gegen Diskriminierung an Hochschulen-
Dafür kämpfen wir!

1 von 5 Frauen ist in Österreich von Gewalt betroffen. Die Vergangenheit hat leider gezeigt, dass Sexismus und andere Formen von Diskriminierung (Homofeindlichkeit, ethnischer Zugehörigkeit etc.) auf den Hochschulen noch immer ein großes Problem sind.

Studentinnen stehen in einem Abhängigkeitsverhältnis zu den Lehrenden. Sich gegen diese zu stellen, erfordert oft viel Mut von den Betroffenen und bedarf auch Unterstützung von Seiten der Hochschule. Diese Unterstützung sollte an den Universitäten, der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen (AKG) liefern. Dieser ist eingerichtet um gegen jegliche Art der Diskriminierung und sexualisierter Gewalt vorzugehen, jedoch ist es oft ein schweres Unterfangen überhaupt mit ihm Kontakt aufzunehmen. An Fachhochschulen und Privatuniversitäten ist die Situation noch schlechter. Hier muss laut Gesetzgar kein AKG eingerichtet werden. Ansprechstellen sind von dem guten Willen der Hochschulleitung abhängig.

Wir arbeiten daran die AKGs bekannter zu machen, denn alle Angehörigen einer Hochschule müssen von Anfang an über den AKG informiert werden z.B. indem sich der AKG in allen Einführungslehrveranstaltungen vorstellt.

Um hier die Situation verbessern zu können, fordern wir die Einführung eines Arbeitskreises für Gleichbehandlung an allen Hochschulen, mit Kompetenzen und Durchgriffsrecht bei jeglicher Art der Diskriminierung und bei sexualisierter Gewalt!

Repräsentation überall!

Die lokalen Hochschulvertretungen sowie auch die Bundesvertretungen haben die Möglichkeit verschiedene Referate einzurichten. Für uns als VSStÖ ist es unerlässlich, dass es an allen Standorten ein Referat für Gleichbehandlungsfragen bzw. ein Frauenreferat gibt. Um Gewalt bekämpfen zu können braucht es auch seitens der Vertretungsorgane Stellen, die sich thematisch auskennen und Hilfestellung leisten können.

  • Wir fordern daher die Einrichtung eines eigenen Frauenreferates an jeder Hochschule.

Unbürokratische Namensänderung für trans*-, inter*- und non-binary Personen –
Dafür kämpfen wir!

Unter welchem Namen und Geschlechtseintrag Student_innen an den Hochschulen geführt werden, bestimmen immer noch die Daten der Sozialversicherung. Dabei werden Menschen außer Acht gelassen, deren Geschlecht nach der Geburt falsch eingetragen wurde. Wer we- der eine Geschlechtseintrags- noch Vornamensänderung vollziehen kann, ist an der Hoch- schule ständig in Gefahr, geoutet zu werden. Ein klassisches Beispiel dafür wäre das laute Vorlesen der Namensliste zu Beginn eines Seminars, die offizielle E-Mail-Adresse oder der Name des Moodle Accounts. Als Folge eines Zwangsoutings muss mit inter*- oder trans*- feindliches Verhalten seitens Professor_innen oder Mitstudent_innen gerechnet werden. .

  • Als VSStÖ kämpfen wir für Hochschulen, die allen Student_innen einen sicheren, diskriminierungsfreien Raum bieten.

Deshalb fordern wir eine unbürokratische Änderung von Name und Geschlechtseintrag in den hochschulinternen Datenbanken, Plattformen wie Moodle, E-Mail-Adressen, dem Ausweis für Studierende und ähnliches. Des Weiteren sollen Blätter zur Datenerfassung ein freies Feld zur Angabe des Geschlechtes anbieten.