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Bildung ist ein Grundrecht aller Menschen!

Anlässlich des heutigen Weltbildungstages beschäftigen wir uns mit Analphabetismus und der Frage wie es in der heutigen Zeit noch sein kann, dass einige Menschen nicht lesen oder schreiben können.

Der Weltbildungstag wurde ins Leben gerufen um auf die Problematik des Analphabetismus aufmerksam zu machen. In Österreich gibt es offiziell 300.000 Menschen, die weder lesen noch schreiben können. Laut Expert_innen liegt die Dunkelziffer noch viel höher und man kann davon ausgehen, dass die tatsächliche Zahl doppelt so hoch ist. Eine Studie der OECD spricht von etwa 1 Millionen Menschen, die eine „niedrige Lesekompetenz“ aufweisen. Dies betrifft nicht nur Kinder oder Migrant_innen – Analphabetismus betrifft alle Altersgruppen und ist in allen sozialen Schichten zu finden. Jedoch ist der das Milieu in dem man aufwächst ein wichtiger und ausschlaggebender Faktor.

Untersuchungen zufolge gibt es mehrere Aspekte, die Analphabetismus begünstigen können. Beengende Wohnverhältnisse, zerrüttetes familiäres Umfeld, sozioökonomische Lage und das kulturelle Kapital der Eltern beeinflussen den schulischen Werdegang von Heranwachsenden. Betrachten man die Zahlen der Analphabet_innen weltweit, erkennt man, dass auch das Geschlecht eine wichtige Rolle spielt. Zwei Drittel aller Menschen, die nicht in der Lage sind zu lesen oder zu schreiben, sind Frauen, da ihnen in vielen Ländern der Zugang zur Bildung nach wie vor verwehrt wird.   Seitens des Bildungsministeriums gibt es hierzu keine Studien, sondern lediglich Schätzungen. Das wird vor allem von der österreichischen UNESCO-Kommission kritisiert, da diesem Thema zu wenig Beachtung geschenkt wird. Begünstigt wird dies auch von unseren Bildungseinrichtungen. Der reguläre Schulunterricht geht wenig bis kaum auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder ein, da ihnen oftmals auch die Kapazitäten dafür fehlen. Die Institution sieben solche Personen aus und stempeln sie entweder als weniger intelligent ab oder weisen sie in Sonderschulen. Vielen ist auch nicht bewusst, dass sie im Erwachsenenalter lesen und schreiben erlernen können. Oftmals schämen sie sich auch Hilfe entgegen zu nehmen und sind es gewohnt durch Ausreden ihren Alltag zu meistern.

Analphabetismus ist nicht nur ein Problem das in ökonomisch schwächer gestellten Ländern auftritt, sondern 90 Millionen, der insgesamt 862 Millionen, Analphabet_innen leben in EU-Ländern. Die Finanzierung dieser Aufgabe muss der Staat sicher stellen und wir als Gesellschaft müssen uns dafür einsetzen, dass die Größe der Geldbörse hier keinerlei Rolle spielen darf!